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REVIEW
Werther, Vienna Staatsoper, October 2005
Photo by Axel Zeininger



Eine gebremste Leidenschaft
Christina Mondolfo, Wiener Zeitung, 8 October 2005

Der Baum steht unverändert auf der Bühne, die Sänger haben großteils gewechselt: Jules Massenets "Werther" war am Donnerstag die Probe aufs Exempel, ob auch eine andere Besetzung ins Bühnenbild passt.
Sie hat fast gepasst, wenn auch nach einigen Anlaufschwierigkeiten. Giuseppe Sabbatini als tragischer Titelheld brauchte eine Weile, bis er die Schwerfälligkeit und Enge seiner Stimme ablegen konnte. Ab dem zweiten Akt aber gefiel er durch wohldosierte Dramatik bzw. Lyrik und ein schönes Timbre. Julia Gertseva bot eine stimmlich überzeugende Charlotte, Adrian Eröd einen profunden Albert. Nett anzuhören auch Bori Keszei als Sophie, traurig dagegen die Nebenrollen mit Benedikt Kobel als Schmidt, Clemens Unterreiner als Johann und Janusz Monarcha als Amtsmann.

Dirigent Miguel Gomez-Martinez ließ das Orchester ziemlich schleifen, etliche Patzer besonders bei den Bläsern sowie ungenaue Einsätze zeugten davon. Seine Interpretation von Tempo fiel ebenfalls nicht mehr unter Geschmackssache: Sie schwankte ständig zwischen behäbig und sehr schnell, was dem Schmelz und der Romantik der Musik nicht gut bekam  und so manchem Sänger auch nicht. Die melancholische Dramatik konnte sich nur selten durchsetzen  schade, denn davon lebt dieses Werk.


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This page was last updated on: October 9, 2005